Das am 5. November 2026 in der Stadtverordnetenversammlung vom Oberbürgermeister verkündete Aus der grenzüberschreitenden Buslinie 983 zum 13. Dezember 2026 ist ein schwerer Rückschlag für die Mobilität in Frankfurt (Oder) und Słubice. Weil ihr Erhalt für unsere europäische Doppelstadt so wichtig ist, war die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen – BI Stadtentwicklung auch die einzige, die im März geschlossen gegen die Einstellung der Buslinie gestimmt hat.
„Ich bin wütend und traurig, dass der Bus zwischen unseren beiden Städten bald nicht mehr fahren wird. Damit verlieren viele Menschen eine wichtige Möglichkeit, zwischen Frankfurt (Oder) und Słubice mobil zu sein. Wer kein eigenes Auto hat, wird künftig deutlich schlechter nach Słubice kommen. Das trifft insbesondere Kinder, Jugendliche, Studierende, ältere Menschen und Berufspendler*innen. Mobilität darf keine Frage des eigenen Autos sein. Auch aus mobilitäts- und klimapolitischer Sicht ist die Einstellung ein falsches Signal. Wenn Menschen mangels attraktiver Alternativen verstärkt auf das Auto ausweichen, drohen mehr Verkehr und zusätzliche CO₂-Emissionen. Das steht einer nachhaltigen Mobilitätsentwicklung klar entgegen“, erklärt der grüne Stadtverordnete Julian Niclas.
Ola Schäfer, Sprecherin des Kreisverbands der Frankfurter Bündnisgrünen, betont: „Die Linie 983 ist weit mehr als eine gewöhnliche Busverbindung. Sie verbindet die Menschen beiderseits der Oder im Alltag und macht die Idee einer europäischen Doppelstadt konkret erlebbar. Wir müssen deshalb weiterhin dafür kämpfen und insbesondere bei den Słubicer Stadtverordneten dafür werben, die Buslinie in Zukunft gemeinsam zu tragen. Ein wichtiger Meilenstein dafür wäre es auch, die Gründung des EVTZ endlich zu beschließen, die von einigen Słubicer Stadtverordneten seit Langem verzögert wird. Mit dem EVTZ entstünde eine feste institutionelle Grundlage, um die Buslinie 983 dauerhaft abzusichern und künftige grenzüberschreitende Projekte gemeinsam voranzutreiben. Zugleich würde er beiden Städten bessere Möglichkeiten eröffnen, europäische Fördermittel einzuwerben. Weitere Vertagungen kosten Zeit, Vertrauen und setzen die erfolgreiche deutsch-polnische Zusammenarbeit aufs Spiel. Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass politische Grabenkämpfe das Zusammenleben in unserer Doppelstadt aufs Spiel setzen.“
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